Namensgeber des Ensembles für zeitgenössische Musik ist einer der Pioniere der mikrotonalen Musik, Ivan Wyschnegradsky. Er wurde 1893 in St.Petersburg geboren und lebte nach seiner Emigration zur Revolution bis zu seinem Tod 1979 in Paris. Wyschnegradsky entwickelte die musikalische Arbeit Skriabins fort, erweiterte den Tonraum um Viertel- und noch kleinere Mikrotöne. Er hatte die Vision eines sich aus unzähligen kleinen Mikrotönen zusammensetzenden Tonraums als Kontinuum, ähnlich dem Kontinuum der Farben. In diesem Zusammenhang verwendete er den Begriff Ultrachromatik und befasste sich mit einer an der Tonskala orientierter Farbtheorie. Die Bedeutung seiner schöpferischen Arbeit liegt nicht nur in seinen Kompositionen, deren Stärke in der Kombination von Tradition und völlig Neuem und Unverbrauchtem liegt, sondern die in seinen Werken erprobte Öffnung des Tonraumes, die als schier unerschöpfliche Quelle für die Erschaffung neuer Musiksprachen dient.
Das Ensemble Ivan Wyschnegradsky versteht sich als ein Ensemble „in Zuständen“, man könnte auch sagen in Farben, die in den jeweiligen Zusammenhängen und Programmen changieren. Es gibt eine Gruppe von Musikern, die die Kernbesetzung bilden. Je nach Programm kann sich die Besetzung reduzieren oder erweitern, somit ist das Klangbild des Ensembles variabel. Das Ensemble Ivan Wyschnegradsky widmet sich nicht nur der Aufführung mikrotonaler Musik, wenngleich Wyschnegradsky und die mikro- und ultrachromatische Musik als Bezugspunkt eine grundlegende Rolle innehat, wohl aber in erster Linie der Aufführung von Klassikern der Moderne wie auch von „ganz neuer“ Musik